Balzen in der Karibik

 In Die Wale

Buckelwale leben in den kalten Meeren vor Grönland und Neufundland. Das weiß jedes Kind. Doch was viele nicht wissen: einmal im Jahr zieht es die Wale in den Süden. Sie kommen dann in die warmen Gewässer der Karibik. Doch warum eigentlich?

Die Buckelwale schätzen das warme Wasser, um sich dort zu paaren und ihre Jungen zu gebären. Während der Wintermonate von Mitte Januar bis Mitte März ziehen große Herden von Atlantikbuckelwalen deshalb an die Nordküste der Dominikanischen Republik. Besonders in der Bucht von Samaná gefällt es ihnen gut. Bis zu 6.000 Kilometer wandern die Wale dafür aus dem kalten Norden bis in die Karibik.

Um die Weibchen für sich zu gewinnen, springen die männlichen Buckelwale hoch aus dem Wasser. Außerdem messen sie sich mit ihren Konkurrenten. Sie bedrohen sich mit geöffnetem Maul, rammen sich und drängen sich gegenseitig ab. Doch alles nicht so schlimm: Die Verletzungen sind meist nur oberflächlich.  Das imposante Balzverhalten beeindruckt nicht nur die weiblichen Meeressäuger. Auch Besucher können die beeindruckenden Sprünge der Wale vor der Halbinsel Samaná während einer Walbeobachtungstour bewundern. War die Balz erfolgreich, gebären die Walweibchen 12 Monate nach der Empfängnis ihre Jungen. Das tun sie auch wieder in den warmen Gewässern, denn dort fühlen sich die Jungtiere besonders wohl. Diese sind bei der Geburt etwa fünf Meter groß. Gleich nach der Geburt heißt es für die „Kleinen“: Zunehmen! Denn um die lange Reise in den Norden zu überstehen, müssen sie schnell wachsen. Pro Tag nehmen die jungen Wale bis zu 50 Kilogramm zu. Sie trinken dafür 200 Liter der äußerst fettreichen Muttermilch, diese hat 50 Prozent Fettanteil. Zum Vergleich: Sahne hat maximal 38 Prozent Fettgehalt.

Die erwachsenen Tiere fressen dagegen überhaupt nichts während sie sich in den karibischen Gewässern aufhalten. Sie zehren von ihrer Fettschicht. Doch wenn sie in die Eismeere zurückgekehrt sind, fressen sie danach umso mehr. Bis zu einer Tonne Fisch am Tag frisst ein Buckelwal – ein wahrer Vielfresser!

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