Die Wale

Aktiver Schutz regional und international

Die Dominikanische Republik setzt sich aktiv für den Schutz der Wale ein. Im eigenen Land, in der heimischen Samaná Bay, genauso wie international in der „International Whaling Commission“.

IWC – Die Dominikanische Republik tritt der International Whaling Commission bei

Während des Kongresses der International Whaling Commission (IWC) in Jersey, Groß-Britannien, vom 11. bis 14. Juli 2011 ist die Dominikanische Republik der Vereinigung beigetreten.

Bereits im Dezember 2010 war Milko Schvartzman, Leiter der Ozean-Kampagne bei Greenpeace in Lateinamerika, in die Dominikanische Republik gereist, um für den Beitritt des Landes zu werben. Mit einer Beitragszahlung von über 31.000 US-Dollar hat das Umweltministerium der Dominikanischen Republik den offiziellen Beitritt zur International Whaling Commission vollzogen und ist vollwertiges Mitglied des Rates, der weltweit die Jagd und den Handel mit Walen reguliert. Zu diesem Rat gehören insgesamt 89 verschiedene Länder mit unterschiedlichen Interessen. Die Dominikanische Republik ist eines von elf Ländern Lateinamerikas, die gegen den Walfang votieren und die Tiere schützen wollen. Allen voran vertritt der Biologe Peter Sanchez die Dominikanische Republik im Rat der International Whaling Commission. Er ist im Land für die Verwaltung verschiedener maritimer Naturschutzgebiete, unter anderem für die Bucht von Samaná zuständig.

Für Organisationen wie Greenpeace ist die Dominikanische Republik ein wichtiger Verbündeter im IWC. Der Grund: 95 Prozent aller im Nord-Atlantik lebenden Buckelwale kommen an die warmen Küsten des Karibik-Staates, um sich dort zu paaren und ihre Jungen zu gebären. Die Population umfasst derzeit noch rund 900 Tiere.

Dazu Milko Schvartzmann, Leiter der Ozean-Kampagne bei Greenpeace in Lateinamerika gegenüber der dominikanischen Zeitung „Listín Diario“, erschienen am 6. Juni 2011: „Es ist sehr wichtig, dass die Dominikanische Republik an den Kongressen des IWC teilnimmt. Nicht nur, um mit abzustimmen, sondern weil sie eine Schlüssel-Position beim Walschutz in der Karibik einnimmt und das einzige Land aus dieser Region ist, das aktiv Wal-Schutz betreibt und somit über wichtige Erfahrungen für die weltweite Verteidigung der Tiere verfügt.“

Die Teilnahme am IWC-Kongress 2012 war dabei von besonderer Wichtigkeit, denn dort wurden die internationalen Fang-Quoten für Wale auf den Prüfstand gestellt und neu verhandelt. Die Dominikanische Republik brachte gemeinsam mit den zehn anderen lateinamerikanischen Partnern im IWC ihre Argumente gegen den Walfang als erhaltungswürdige Tradition mancher Ureinwohner vor.

Die elf Länder Lateinamerikas, die sich gegen den Walfang aussprechen, sind: Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Panama, Peru und Uruguay.
Sie sprechen sich aus…
• für den Schutz der Wale.
• gegen die kommerzielle Jagd auf Wale.
• gegen den Handel mit Walfleisch und Wal-Produkten.
• für die Einschränkung und Kontrolle des Walfangs für wissenschaftliche Zwecke.
• für eine Förderung von wissenschaftlicher Forschung ohne Todesfolge für das Tier.
• für die Anerkennung und Kontrolle der von der IWC definierten Naturschutzgebiete.
• für die Schaffung eines „Wal-Schutz-Gebietes Süd-Atlantik“.

Der Erhalt gesunder Wal-Populationen als wichtiger Teil des Öko-Systems ist eines der Haupt-Anliegen genannter elf Staaten bei ihrer Mitarbeit in der IWC. Sie kämpfen für den Erhalt der natürlichen Lebensräume der Tiere, gegen die Einschränkung ihrer Lebensräume durch die weltweite Klimaveränderung sowie für den Schutz vor Kollisionen mit Schiffen und anderen Gefahren.

Homepage der International Whaling Commission (IWC): iwcoffice.org

Samaná Bay und die Wale – Seit Jahrhunderten verbunden

Bis zu 6000 Kilometer wandern die Buckelwale alljährlich aus dem kalten Nordatlantik bis in die Bucht von Samaná. Nachdem sie sich in den planktonreichen atlantischen Gewässern für die Reise gestärkt haben, paaren sie sich in der Karibik – oder bringen nach einer Tragzeit von rund 12 Monaten ihre Jungen zur Welt. Die Kälber sind bei ihrer Geburt 4 bis 4,5 Meter lang und zwischen einer und zwei Tonnen schwer. Ausgewachsen erreichen sie später einmal bis zu 30 Tonnen und eine Länge von bis zu 18 Metern.

In den flachen Gewässern der Bucht von Samaná können die Buckelwalweibchen ihre Jungen ideal vor Hai-Attacken schützen. Die Kälber nehmen täglich bis zu 50 Kilogramm der fetten Muttermilch zu sich und können dadurch einen halben Meter pro Monat wachsen – und ihr Gewicht innerhalb eines halben Jahres verfünffachen. Nach der Geburt ist das warme Wasser der Samaná Bay besonders wichtig für die Kälber: Noch fehlt ihnen die schützende Fettschicht. Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass das warme Wasser die Fortpflanzung begünstigt. Auch in der Paarungszeit vollführen die Tiere ihre beeindruckenden Sprünge. Beim Abtauchen zeigen die Buckelwale die charakteristische Rückenkrümmung, der sie ihren Namen verdanken. Eine Besonderheit der Buckelwalmännchen ist ihr überaus vielfältiger Gesang: Das Laut-Repertoire reicht von Trompetenstößen bis zu lang gezogenen Quietschlauten.

In der Dominikanischen Republik hat das Center for the Conservation and Eco-Development of Samaná Bay and its Surroundings (CEBSE) bereits 1994 wegweisende Regeln für eine naturverträgliche Walbeobachtung etabliert. So stehen die Chancen gut, dass auch in Zukunft zahlreiche Buckelwale in die Bucht von Samaná wandern. Dass sie bereits seit Jahrhunderten hierher kommen, beweisen Höhlenmalereien der Ureinwohner ebenso wie Aufzeichnungen von Christopher Kolumbus.

Lest mehr über den Schutz der Buckelwale hier.

Die Institutionen der Dominikanischen Republik bilden eine Allianz zum Schutz der Buckelwale

Auf der Halbinsel Samaná im Nordosten der Dominikanischen Republik wandern in den Monaten Januar bis März hunderte von Buckelwalen aus der Arktis ein. In dem warmen, flachen Wasser des karibischen Meeres finden die riesigen Säugetiere gute Bedingungen, um sich zu paaren und ihre Kälber zur Welt zu bringen. Damit das so bleibt, und um die Tiere während ihres Aufenthaltes in den Gewässern der Dominikanischen Republik bestmöglich zu schützen, haben alle Institutionen des Landes, die mit der Wal-Wanderung zu tun haben, Anfang 2013 ein Memorandum unterzeichnet, dass ihre Zusammenarbeit im Hinblick auf gemeinsame Ziele festlegt.

Das primäre Ziel des Memorandums ist eine flächendeckende Überwachung des Gebietes, in dem sich die Buckelwale zwischen Januar und März alljährlich aufhalten. Sie soll garantieren, dass die Wale ungestört bleiben und alle Boote sich an die strengen Auflagen und Naturschutz-Regeln halten.

Das Tourismusministerium der Dominikanischen Republik promotet die Buckelwal-Saison als besondere öko-touristische Attraktion der Halbinsel Samaná und arbeitet an der Entwicklung von nachhaltigem Tourismus in dieser Region. Aus Deutschland unterstützt jedes Jahr im Februar der „Walflüsterer“ die Naturschutzorganisation CEBSE mit seiner freiwilligen Arbeit.

Von der Buckelwal-Saison profitieren alle Wirtschaftszweige der Halbinsel Samaná. Tausende Touristen aus dem In- und Ausland reisen an, um sich am eindrucksvollen Balz-Tanz der Wal-Bullen zu erfreuen. Dabei erheben die Tiere ihre tonnenschweren Körper teilweise komplett über die Wasseroberfläche.

Zu den Institutionen, die das Memorandum unterzeichnet haben, zählen:

  • Das Tourismusministerium der Dominikanischen Republik
  • Das Umwelt-Ministerium der Dominikanischen Republik
  • Die Marine der Dominikanischen Republik
  • Die Vereinigung der Boots-Besitzer der Bucht von Samaná
  • Die Naturschutz-Organisation CEBSE (zu Deutsch: „Zentrum für Schutz und nachhaltige ökologische Entwicklung der Bucht von Samaná und ihrer Umgebung“)
  • Die Stiftung Fundación Fundemar
  • Die Kreisverwaltung von Samaná
  • Die Interessenvereinigung von Banco de la Plata und Navidad (Zu Deutsch: „Silberbank und Weihnachtsbank“ beides marine Naturschutzgebiete vor der Bucht von Samaná).

Mehr über die Samaná Bay erfahrt ihr hier.

Start typing and press Enter to search