„Die Wale sind noch immer gefährdet“

 In Die Wale

Der Walfang ist eingedämmt und die Tiere damit jetzt geschützt? Nein! Astrid Fuchs, Leiterin des Anti-Walfangprogramms des WDC (Whale and Dolphin Conservation) spricht im Interview über die Gefahren, denen Wale aktuell ausgesetzt sind.

Frau Fuchs, Walfang ist in den meisten Ländern verboten. Ist damit jetzt alles gut für die Wale?

Astrid Fuchs: Nein. Wale werden zwar tatsächlich nicht mehr im großen Umfang gejagt. Aber einige Populationen haben sich seit den Zeiten des Walfangs noch nicht wieder erholt. Auch deshalb müssen wir uns dafür einsetzen, dass der Walfang weiter eingedämmt wird. Nur wenige indigene Völker etwa in Alaska oder Grönland sind zu ihrer Ernährung tatsächlich noch auf Walfang angewiesen. In Japan, Island oder Norwegen ist das nicht der Fall, hier muss Walfang verboten werden! Aber abgesehen vom Walfang lauern noch weitere Gefahren auf die Wale. Sie heißen Umweltverschmutzung, Klimawandel und Fischfang.

Wieso ist der Fischfang ein Problem für die Wale?

Wale sind oft ungewollter Beifang. Trawler ziehen bisweilen riesige Fischnetze über den Meeresboden, in denen alles hängen bleibt – auch die Wale. Zudem sind sogenannte „Geisternetze“ ein Problem. Diese werden als Abfall über Bord geworfen. Wale bleiben in ihnen hängen und verenden.

Welche Walart ist besonders gefährdet?

Zum Beispiel der Nordatlantische Glattwal. Die Population im Nordatlantik ist fast ausgerottet, es gibt nur noch zwischen 300  und 400 Tiere. Weil die Glattwale besonders weit an der Wasseroberfläche schwimmen, werden sie immer wieder von Schiffen gerammt oder verenden in Netzen.

Wie geht es den Buckelwalen? Unsere Walflüsterin Marlene wird ja in ein paar Tagen zu den Buckelwalen in die Dominikanische Republik fliegen…

Viele Buckelwalpopulationen haben sich vom Walfang gut erholt – obwohl sie auch relativ stark bejagt wurden. Dass es wieder viele Buckelwale gibt, kann man jedes Jahr gut vor der Halbinsel Samaná beobachten.

Was kann man tun, um die Wale zu schützen?

Wer nach Island, Japan oder Norwegen reist, sollte dort auf keinen Fall Walfleisch kaufen! Wer Wale beobachten will, sollte sich einen professionellen Anbieter suchen, der sich rücksichtsvoll verhält. Wichtig ist, dass sich die Boote den Tieren nicht zu stark nähern. Im Alltag kann jeder darauf achten, nicht zu viel Plastikmüll zu verbrauchen. Denn dieser findet sich oft in den Meeren wieder und zerstört dort den Lebensraum der Wale und anderer Meereslebewesen.

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