Die Wale von Samaná

 In Allgemein, Walflüsterer 2020

Die Bucht von Samaná bietet jedes Jahr zwischen Ende Januar und Ende März ein Zuhause für insgesamt etwa 2000 Wale. Um hierher zu kommen, legen sie teilweise sehr lange Strecken zurück – genau wie ich. Etwa 10,5 Stunden fliegt man von Frankfurt aus nach Samaná. Im Rahmen der „Walflüsterer“-Kampagne darf ich nach meiner Rundreise drei Wochen mit diesen Geschöpfen auf dem Wasser befinden. Was ich dabei bereits lernen und erleben durfte, darum geht es in diesem Blogbeitrag.

Was machen die Wale in Samana?

Einmal im Jahr schwimmen die Wale des Nordatlantiks in die Gewässer der Dominikanischen Republik, um sich zu paaren. Dabei ist die Bucht von Samaná das drittwichtigste Paarungsgebiet der Region, direkt nach den „Silver Banks“ im Norden des Landes. Die Bucht bietet genügend Schutz zur Fortpflanzung und zur Aufzucht von Kälbern. Da die Tragzeit bei Walen etwa ein Jahr beträgt, werden die Walbabys, die hier gezeugt werden, auch ein Jahr später hier geboren. Jetzt müssen die Kleinen genügend Kräfte sammeln und schnell wachsen. Wale fressen während der gesamten Zeit in der Dominikanischen Republik nicht. Trotzdem produziert die Walmutter ausreichend Milch, um ihr Kind jeden Tag satte 50 Kilogramm schwerer werden zu lassen. Diese Kraft braucht es auch – für den Rückweg. Und der kann ganz schön lang werden. Teilweise kommen Wale aus Grönland, Island, Nordostkanada und Norwegen nach Samaná, was einer Strecke von 7000 (!) Kilometern entspricht. Für diese Strecke benötigt ein ausgewachsener Wal etwas über 50 Tage.

Meine bisher beeindruckendsten Momente

Die besten Momente sind für mich diejenigen, bei denen die Wale sehr aktiv sind und nah an das Boot herankommen. Gerade kleine Kälber, die vor etwa ein bis zwei Monaten geboren wurden, sind oft neugierig und sehr verspielt. Sie werden von der Mutter angelernt und die beiden bleiben beständig miteinander in Verbindung. Daher sind Mütter mit ihren Kindern immer etwas ganz Besonderes.

Heiß her geht es auch, wenn sich mehrere Männchen um ein Weibchen streiten. Das können mal zwei, manchmal aber auch sieben bis acht Männchen sein. Dabei kämpfen die Männchen miteinander, schlagen mit den Flossen, springen aufeinander und versuchen, den nächsten Konkurrenten aus dem Rennen zu ziehen. Daher sind Walmännchen oft sehr vernarbt. Wenn sie miteinander kämpfen und einem Weibchen hinterherjagen, hat das Boot Probleme, mitzuhalten. Ein beeindruckendes Erlebnis.

Jetzt bleiben mir noch etwa 1,5 Wochen mit den Walen – Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich bin dankbar für alles, was ich bis hierhin erleben durfte und freue mich auf das, was mich noch erwartet.

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