Erstmal lächeln, der Rest ist schnell gelernt: Heiterkeit und Lebensfreude sind beim Merenguetanzen ansteckend. Wenn die Trommeln erklingen, ist es unmöglich still zu sitzen. Musik gehört für die Dominikaner einfach immer dazu.

964133646_merengueMerengue, das ist ein schneller Zweivierteltakt, der aus einem Akkordeon, einem Bass, einer Güira (einem typisch dominikanischen Schlaginstrument aus einem hohlen runden Blech, welches mit einem Drahtbesen bearbeitet wird) und einer Trommel ertönt. Er verkörpert die karibische Mischkultur wie kein zweites Kulturgut. Und wer hat mitgemischt? Na klar, wieder mal wir Deutschen: Gegen Ende des letzten Jahrhunderts ersetzte das deutsche Akkordeon die Bandurrias, auch Bandola genannt, ein kleines spanisches Zupfinstrument. Dadurch veränderte sich der Klang des Merengue. Aber das ist auch schon alles, was wir Deutschen damit zu tun haben, eigentlich waren es afrikanische Elemente mit spanischen Einflüssen und Gesängen der Taino-Indianer, die zur kreolischen Musik verschmolzen. Mit dabei auch der französische Salontanz „contradanza“ und die italienische „barcarola“. Warum die neue Musikrichtung nach einer Süßspeise aus Eischnee und Zucker benannt wurde, weiß heute keiner mehr so genau. Gewagt erscheinen ebenfalls manche Theorien zum Ursprung des eingängigen Taktes: Mal sollen es die Holzbeine der Seeräuber gewesen sein, die ihn schlugen, mal wird er zurückgeführt auf die Tänze der schwarzen Sklaven, die schwere Eisenkugeln am Bein trugen.
Zahlreiche Clubs und Discos in Punta Cana, La Romana, Puerto Plata, Juan Dolio, Boca Chica, Sosúa und natürlich auch in der Hauptstadt Santo Domingo garantieren Ausgehmöglichkeiten für Tanz- und Musikbegeisterte. Das Highlight für alle Tänzer ist das jährliche Merengue-Festival in der Hauptstadt im Juli.

Der dominikanische Karneval

Im Februar, wenn die närrischen Tage in Deutschland ihrem Höhepunkt entgegen steuern, ist auch in der Dominikanischen Republik Karneval, vor allem an der Küste in Santo Domingo und im Landesinneren in La Vega. Karneval in der Dominikanischen Republik ist viel mehr als Musik und bunte Kostüme: Es ist eine Mischung aus Kultur, Tradition und Religion, die jedes Jahr Ende Februar zu einer großen Straßenparty wird.
Schon Wochen vorher finden im ganzen Land von Freitag bis Sonntag Umzüge mit bunten und fantasievollen Kostümen statt. Dabei vibrieren die Strassen unter den Rhythmen von Merengue und Bachata. Zentrum des Karnevals ist La Vega, wo der König des Karnevals gewählt wird. Die Anfänge des dominikanischen Karnevals reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die Masken, Kostüme und Tänze setzen sich seitdem aus afrikanischen und europäischen Elementen und Traditionen zusammen. Jeder Ort hat seine „Spezialität“: In Monte Cristi zum Beispiel die hinkenden Teufel, die Teufelsmasken und Stier-Verkleidungen, in Cotuí die Kostüme aus Pappe, Papier und Bananenblättern und in Cabral der symbolische Streit zwischen verkleideten und nicht-verkleideten Einwohnern. Nach vier durchtanzten Wochenenden bildet die große Parade von Santo Domingo am ersten Märzwochenende den spektakulären Abschluss des dominikanischen Karnevals, an den sich, wie bei uns, eine sechswöchige Fastenzeit anschließt.

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