Let the journey start! On the road – Part 2

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Nach den ersten Ausflügen, die sich noch nah bei der Hafenstadt Samaná befunden hatten, ging es nun Donnerstag in aller Frühe los Richtung Landesinnere: Santiago de los Caballeros. Eine Stadt, deren Ursprung 1494 von Columbos gelegt wurde. Die in Gedenken an die 30 Ritter benannt wurde, welche die Stadt mitbegründeten (Caballeros =Reiter oder Ritter). Auf dem Weg dahin machten wir einen Abstecher auf die Hacienda de la Esmeralda, die größte Kakaoplantage der ganzen Insel. Als „Filmteam“ aus Deutschland bekamen wir eine Spezialführung, mit dem Verwalter des ganzen Komplexes, der verdammt viel Interessantes über die Zucht, Hege und Pflege der wertvollen Kakaopflänzchen zu erklären vermochte. Beispielsweise, dass es zwei Möglichkeiten des Kakaopflanzenziehens gibt: einmal aus dem Samen oder aus dem Zusammensetzen zweier Triebe, was veredeln genannt wird. Dabei werden nur die Pflanzen mit den leckersten und meisten Früchten gewählt. Von der fertigen Kakaofrucht werden dann die Kerne fermentiert (also quasi gegärt) für ein bis zwei Tage, dann getrocknet, geschält und verarbeitet. Die gerade dort hergestellte Schokolade durften wir direkt probieren… unglaublich lecker, damit hatte
die Plantage mein Herz komplett erobert :) Alsdann machten wir uns auf den Weg zu unserem nächtlichen Quartier, um uns für das anstehende „White Dinner“ fertig zu machen. Es sollte im Monument von Santiago de los Caballeros stattfinden, welches wir aus den Fenstern unseres Hotels direkt sehen konnten. Also schnell in (eine weiße) Schale geschmissen und auf zum Procigarfestival 2017.  Voller Vorfreude hüpfte ich der vornehmen Dinnerparty entgegen. Kurz und
knapp: Alle anwesenden Gäste waren selbstverständlich in weiß gekleidet (einige mehr, andere weniger geschmackvoll, am besten fand ich den Herren in kurzen Shorts, Sandalen und weißen Socken bis zu den Knien. Herrlich!), es gab viel zu essen, zu trinken und überall waberte der bläuliche Dunst der Zigarren herum. Kann man mal machen, man sollte aber definitiv eine Vorliebe für Zigarren und die Farbe weiß haben. Nach kaum sechs Stunden Schlaf wurden wir abgeholt und zur Plantage von Davidoff gebracht. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den Namen lediglich von den Zigarettenpäckchen im
Supermarkt kannte, aber nicht wusste, dass Davidoff einer der größten Zigarrenhersteller ist. Die Zigaretten gehören nebenbei schon lange nicht mehr dazu. Tjaaaaa, so kanns gehen, wenn man, wie ich, lediglich ein leidenschaftlicher Shisharaucher ist. Aber die Plantagenführung war sehr interessant. Der dezent übermüdet wirkende Klaas machte seinen Job dennoch hervorragend. Von dem Pflänzchen bis zur fertigen Rauchware begleitete und erklärte er alles Schritt für Schritt, sodass ich tatsächlich gerne eine Zigarrenraucherin wäre, wenn mir nur der Geschmack zusagen würde! Aber ich Banause werde diese Gaumenfreude wohl nicht so bald entfalten. An diesem Abend würden wir in Puerto Plata im noblen „Casa Colonial“ nächtigen, welches Wellness und Entspannung pur ausstrahlte. Mein Zimmer hatte eine gigantische runde Badewanne, die ich direkt mit Wasser füllte und von innen begutachten musste. Doch nach nur kurzer Zeit ging es zum Abendessen nach Cabarete, wo wir auf Markus trafen, der dort eine Surfschule betreibt und ein weiteren Interviewpartner darstellte. Er kennt das Projekt des Walflüsteres und ist begeistert davon! Er selbst hatte schon einige, fast hautnahe Begegnungen mit Buckelwalen hinter sich: Wenn sie neben und unter ihm entlangzogen, während er im Kanu durch die Wellen paddelte. Denn die Wale ziehen von Samaná über Cabarete zu ihren Nahrungsgründen im Nordatlantik. Vielleicht sollte ich zur Wal-Wanderzeit auch in Cabarete Kanu fahren gehen!

Direkt für den nächsten Tag wurden Yannick, als tapferer Moderator und ich als fröhliche Walfüsterin zu einer Surfstunde eingeladen. Früh ging es los und sobald wir am Strand angekommen waren, drehten unsere Journalisten das Interview und dann ging es ab aufs Brett. Das Wichtigste sei es, Spaß dabei zu haben und einige wichtige Kleinigkeiten zu beachten, wie beispielsweise die Augen immer auf die Wellen hinter sich zu richten, bis man auf das Brett gehüpft ist, dann müssen die Augen geradeaus gerichtet sein! Danach probierten und probierten wir. Irgendwann entwickelte sich tatsächlich so etwas wie ein feeling für das Brett und ich stand öfter, als ich es erwartet hatte und fühlte mich großartig! Das möchte ich auf jeden Fall wiederholen. Nach all den super schönen und sehr unterschiedlichen Aktivitäten war ich schon ein bisschen traurig, als es dann zurück ging. Desireé, Yannick und Sandra flogen an diesem Tag zurück ins kalte Deutschland und ich wurde zurück nach Samaná gebracht. Zugegebenermaßen hat mir das Boot schon ein bisschen gefehlt, sowie die Vielseitigkeit der Walsichtungen. Dementsprechend kurz war die Trauer und die Freude auf neue Walgeschichten groß. Also, auf nach Samaná – zurück zu meinen Walen! :)

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Auf der Kakaoplantage: na, wer kann sich etwas über die glorreiche Vergangenheit des Kakaos mit seinem Schul- oder Urlaubsspanisch erschließen? ;)

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Extra für die Filmaufnahmen werden einige Kakaofrüchte auf traditionelle und gängige Art von den Bäumen geholt. Für diese Arbeit gibt es keine Maschinen, alles wird per Hand gemacht.

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So sieht nebenbei eine Kakaofrucht von innen aus. In diesem sehr süß schmeckenden Fruchtfleisch befinden sich etwa 40 frische Kakaobohnen, die dann fermentiert, getrocknet und zermahlen werden.

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Und daraus wird die köstlich, verführerische Schokolade hergestellt, die knapp 40% des Exports der Dominikanischen Republik ausmacht, so erzählte uns der Verwalter.

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Im anbrechenden Tagessschimmer leuchten uns die üppigen Tabakfelder entgegen. Noch liegt kein besonderer Geruch in der Luft.

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Später werden die Blätter handverlesen.

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Und tadaaaaaa, so sieht das Endprodukt aus, was direkt vor Ort geraucht werden kann. Zumindest von dem, wer es mag ;)

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Das „Cablecar“, die Seilbahn, ein MUSS für jeden Touristen auf dem Weg nach Puerto Plata. Etwa 10 Minuten fährt man in schwindelerregender Höhe auf einen knapp 2700 Meter hohen Berg. Dort vertraten wir uns die Beine und bewunderten die Pflanzen, die dort angelegt waren.

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Am Ende liegt direkt ein hübscher Botanischer Garten, der sämtliche Pflanzen blühen und gedeihen lässt.

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Orchideen, die hier unter freiem Himmel so üppig gedeihen, das lässt doch mein kleines Blumenmädchenherz höher schlagen. <3

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Bääääääm, eine Nacht im „Casa Colonial“ – einem absoluten Wellness- und Luxus- Hotel, welches einen der 10 schönsten Dachpools der Welt besitzt. Och hier hätte ich schon gern mehr Zeit gehabt ^^

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Dieser großartige Sonnenaufgang war es wert, um 5:30 Uhr den Wecker klingeln zu lassen und sich ohne Frühstück nach Cabarete zu begeben ;). Um 7:00 Uhr gibt es den schönsten aller Anblicke, als würde etwas Magisches in der Luft liegen.

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Markus Bohm wanderte vor fast 30 Jahren von Deutschland in die Dominikanische Republik aus. Hier in Cabarete veranstaltet er jährlich das „Master of the Ocean“ Surfturnier und ist nebenbei ein sehr herzlicher und freundlicher Mensch :)

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Wuhuu – endlich wieder in Samaná und bei dem großen Wal, der einen Kreiselverkehr am Hafen schmückt. Er ist schon schön gemacht und zeigt den Besuchern direkt, was es hier zu besichtigen gibt: Den Buckelwal in seiner ganzen stolzen Schönheit.

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