Mutter mit Babywal – mein schönstes Erlebnis als Walflüsterin

 In Walflüsterin 2018

Meine Liebe zu den Walen wird von Tag zu Tag größer. Das liegt an den einzigartigen Begegnungen, die ich hier mit ihnen erlebe. Von meinem bewegendsten Erlebnis möchte ich euch heute berichten!

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Ich war mit dem Schiff von Kim Beddal und Whale Samaná unterwegs und inzwischen war ich schon ganz Whale Watching erprobt. Bisher hatte ich jeden Tag das besondere Glück, die Tiere zu sehen und das nicht aus zwei Kilometer Entfernung, sondern ganz in der Nähe unseres Bootes.

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Jede Sichtung ist komplett anders. Mal sieht man nur den Sprout (die Wasserfontäne) und danach den Rumpf der Tiere und kann sie beim Abtauchen beobachten. An anderen Tagen sind sie dagegen zeigefreudiger. Dann scheinen sie mit ihren Seitenflossen zu winken oder lassen uns einen Blick auf die Schwanzflosse, die so genannte Fluke, erhaschen. Anhand dieser können die Tiere mithilfe eines Fluken-Katalogs auch erkannt werden. An ganz glücklichen Tagen sieht man sie auch springen, aber bis dato hatte ich in dieser Hinsicht noch kein Glück.

Ein Rücklick:

Heute aber sollte mein Tag werden! Denn wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, dass wir eine Walsichtung haben. 9 Uhr! Schaut auf 9 Uhr! Das heißt bei uns auf dem Schiff: Die Blicke dahin zu richten, wo bei der Uhr der Zeiger auf neun Uhr stehen würde. Alle Blicke richteten sich also auf die linke Seite.  Ich beobachtete gespannt das Meer und suchte den typischen Sprühnebel der Wale. Und dann tauchen da doch tatsächlich gleich zwei Wale auf!

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Kim erklärt uns, dass es sich hierbei um die Mutter und ihr Kalb handelt. Und der Kleine will sich uns auch gleich zeigen. „Schaut nur, was wir für ein happy Baby heute haben,“ ruft es durchs Mikrofon auf dem Schiff und in der Tat: Der Kleine springt! Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder und direkt neben unserem Boot. Wir begleiten sein Auftauchen in respektvollem Abstand und sind alle völlig verzaubert von dem kleinen Walbaby. Immer wieder schießt es durch die Wellen nach oben und versucht aus dem Wasser zu springen – ganz wie die Großen! So ganz gelingt ihm das zwar noch nicht, aber man kann ihm die Freude daran quasi anmerken. Und wir alle sind wahnsinnig traurig, als er abtaucht und wir glauben, dass er nun nicht wieder an die Wasseroberfläche kommt.

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Dass sie final abtauchen, erkennt man bei Buckelwalen immer daran, dass sie auf eine besondere Art den Rücken krümmen und meist auch noch die Fluke zeigen. Kim erklärt uns, dass Walbabys noch nicht sehr lange unter Wasser bleiben können und so hoffen wir, den kleinen Wal noch mal zu Gesicht zu bekommen. Wieder schauen wir alle gespannt aufs Meer und tatsächlich, Mutter und Walbaby tauchen wieder direkt neben uns auf.

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Zu unser aller Erstauen passiert noch etwas Ungewöhnliches. Wir können beobachten, wie die Mutter das Junge anlernt. Das mag sich jetzt komisch anhören, aber es ist wie bei uns Menschen. Die Kinder adaptieren das Verhalten der Mutter, sie machen einfach, was sie ihnen vormacht. Heute trainieren Mutter und Kind das Wackeln mit der hinteren Schwanzflosse, der Fluke.

Es ist ein echt unglaubliches Erlebnis, direkt dabei zu sein, wenn Mutter und Baby parallel schwimmen und beide Tiere mit der Fluke aufs Meer klatschen. Und das nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder. Eben eine richtige Trainingseinheit für das Kleine!

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Kim erklärt uns wieder, wie außergewöhnlich selten so eine Beobachtung ist und dass nicht viele Menschen auf der Welt so etwas schon einmal gesehen haben. Ich stehe immer noch mit Herzrasen und Tränen in den Augen an der Reling und kann mein Glück kaum fassen, das hier gerade gesehen zu haben. Was für ein schönes und einzigartiges Erlebnis!

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Ich hoffe ihr könnt verstehen, dass ich nach so einer Tierbeobachtung noch verliebter in die Wale bin. Für mich war dieses Erlebnis einer der einprägsamsten Momente in meinem Leben!

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