Neues von den Buckelwalen aus Samaná

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Inzwischen bin ich nun schon seit etwas über einer Woche hier und die Zeit vergeht wie im Flug. Jeden Tag konnte ich mit der Crew hinaus in Samanás Bucht fahren und Neues über die Buckelwale erfahren. Beispielsweise, dass die Tiere in diese warmen Gewässer kommen, um ihre Jungen zu gebären. Und warum das? Der Blubber (die Speckschicht der Wale) eines Buckelwälchens ist zum Zeitpunkt seiner Geburt zu dünn um die neufundländischen Temperaturen zu überstehen. Also werden sie in die wärmerem, karibischen Gefilde hineingeboren und haben so einige Monate Zeit, um zu wachsen und viel Speck/Blubber anzusetzten. Bei der Geburt wiegen sie etwa 1000 Kilogramm und sind bereits 3-4 m groß. Ein ausgewachsener Buckelwal kann um die 14 Meter lang werden und 40 Tonnen erreichen. Das Walkalb trinkt jeden Tag um die 200 Liter der fetthaltigen Milch seiner Muttter und nimmt pro Tag 50- 100 Kilo zu! Die Mutter frisst während der ganzen Zeit über nichts, erst in den Futtergründen Neufundlands findet sie wieder Nahrung. Das ist eine 5(!)monatige null Diät, in der die aufopfernde Buckelwalmami ein Viertel, also rund 10 Tonnen ihres Körpergewichts verliert. Pünktlich zum Sommer ist die Bikinifigur quasi wieder da. Und dann beginnt das Schlemmen ;). Besonders wichtig ist es, dass die Jungtiere viel zu nehmen um schnell groß und stark zu werden. Denn je kräftiger sie sind, umso höher stehen ihre Chancen den Orcawalen zu entkommen, welche die größte Gefahr für sie bedeuten – neben Tigerhaien und dem Menschen. Viele Buckelwale, egal ob jung ob alt, verfangen sich in Fischernetzen und ertrinken oder werden von Schiffschrauben heranrasender Boote schwer verletzt, sodass sie elendig Grunde gehen. Ich hoffe innständig, dass die Menschen den Buckelwalen mehr Aufmerksamkeit schenken und Fischernetze sowie rasende Boote nicht mehr die Zahlen der Todesopfer so drastisch in die Höhe treiben. Das war es erst einmal aus Samaná und ich wünsche noch eine schöne Woche :)

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Ob Regen oder Sonnenschein unser etwa 6 Wochen altes Buckelwälchen ist immer neugierig. Nase aus dem Wasser und einmal nachgeschaut. Bei seiner Geburt konnte es 30 Sekunden unter Wasser bleiben, die Zeit verlängert sich etwa um eine Minute pro Woche. Unser Kalb hier kann bereits über 6 Minuten unter Wasser bleiben.

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Heute sind sie wieder zu dritt unterwegs: Walmami Gromit, ihr Baby und ein männlicher Begleiter, der nie der Vater ist. Das ist bereits die dritte Begleitung, in der wir Gromit die letzte Woche beobachtet haben. Sie wechselt den Eskortservice sehr regelmäßig alle paar Tage.

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Das Baby war sehr aktiv und hebt abwechselnd seinen Kopf aus dem Wasser oder kugelt sich im Wasser herum.

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Auch seine kleine Fluke probiert es aus und wird immer wieder auf die Oberfläche des Wassers geklatscht.

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Nun wird auf die Mutter aktiv und Gromit klatscht mit ihren Flippern auf die Wasseroberfläche, während ihr Junges weiterhin seine kleine Fluke benutzt. Das Schauspiel dauerte mehrere Minuten.

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Schließlich hebt Gromit ihre Fluke holt aus, wirbelt Wasser auf und taucht mit Klein-Gromit im Wasser unter.

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Das Letzte, was wir sehen, ist das aufschäumende Wasser, dann sind sie verschwunden. Auch nach mehreren Minuten können wir sie nicht mehr entdecken, obwohl das Kalb nur wenige Minuten unter Wasser bleiben kann. Aber Gromit hat es irgendwie geschafft uns auszutricksen und wir finden sie nicht mehr bei dieser Tour. Weiter so Gromit, das bleibt spannend!

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