So bereitest du dich auf die Walbeobachtung vor – Tipps einer Walflüsterin

 In Allgemein, Walflüsterin 2018

Der Rock weht im Wind wie der von Marilyn Monroe, die Oberarme sind verbrannt von der Sonne, die Plastikflasche der Touristin neben dir landet im Meer und Wale hast du auch keine gesehen? Dann warst du nicht richtig auf eine Whale-Watching Tour vorbereitet. Ich bin als Walflüsterin nun einen Monat lang täglich mit Walforschern unterwegs und habe schon viel gelernt. Hier meine Tipps für dich!

Tipps zur Vorbereitung auf einen Whale-Watching Ausflug:

Marlene

Der richtige Anbieter

Anbieter von Whale-Watching Touren gibt es viele, aber nicht jeder Anbieter handelt im Sinne der Tiere. Informiert euch im Netz, wer nachhaltige Beobachtungen anbietet und im besten Fall Teile seiner Einnahmen an den Walschutz spendet. Ganz besonders gut beraten ist man mit Booten, auf denen Tierschützer oder Meeresbiologen mitfahren. Da fahrt ihr dann mit Profis mit, die auch wertvolles Walwissen, etwa zum richtigen Verhalten mit den Tieren, an die Besucher weitergeben.

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Größe des Boots

Es mag ja verlockend klingen, mit einem kleinen Fischerboot rauszufahren und die Tiere zu beobachten. Empfehlen würde ich es nicht. Diese Boote haben oft keine Lizenz und die Bootsführer keine Ahnung, wie man sich richtig verhält. Mir ist aufgefallen, dass diese Bootsführer die Tiere bedrängen, sich nicht an die erlaubten Mindestabstände zu den Walen halten und damit die Wale und die Insassen gleichermaßen gefährden. In den kleinen Booten sieht man in den hohen Wellen meist gar nicht, wenn der Wal auftaucht. Und noch etwas! Umso größer das Boot, umso mehr Platz für Interessierte und umso weniger Stress durch Bootsmotoren für die Tiere.

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Sicherheit des Bootes

Achtet auf die nötigen Lizenzen der Anbieter und ganz besonders auf die Ausstattung der Boote! Schwimmwesten sind ein absolutes Muss bei den Ausfahrten. Auch Regenmäntel sollten vorhanden sein. Ein guter Anbieter versorgt euch zudem mit Anti-Seekrankheitsbändchen oder Medikamenten, die vor der Seekrankheit schützen.

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Vorbeugen der Seekrankheit

Wer gelegentlich unter Reise- oder Seekrankheit leidet, der sollte ein paar Vorbereitungen treffen. Ingwer wirkt hervorragend und ist ein natürliches Mittel zur Vorbeugung. Gießt euch frischen Ingwer mit heißem Wasser als Tee auf. Zudem gibt es besondere Armbändchen auf Akkupressurbasis. Mit ihnen kann man auch Einfluss auf sein Wohlbefinden an Bord nehmen. Wer richtige Medikamente braucht, sollte mit dem Arzt Rücksprache halten. Am Vorabend eine Antiübelkeitstablette und noch eine kurz vor der Walbeobachtung sollte reichen. Wichtig ist auch, leicht verträgliche Kost zu sich zu nehmen. Nichts zu essen ist ein Fehler! Der Magen sollte beschäftigt sein. Ein Stückchen Brot für unterwegs hält ihn auch auf dem Boot bei Laune.

 

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Bekleidung

Als Bekleidung auf See empfehle ich Shorts anstatt Kleidern und Röcken. Für den Aufstieg aufs Boot und auf das Oberdeck sind sie einfach besser geeignet. Dazu am besten ein Shirt und eine Windjacke. An Bord und auf See geht es schon einmal stürmisch zu, da kann man sich leicht verkühlen. Wenn die Jacke zudem wasserabweisend ist, hilft das gegen die Gischt des Meeres. Gute Boote haben allerdings auch immer Regenmäntel an Bord, falls man diese nicht mit sich herumtragen möchte.

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Schuhwerk

Rutschfeste Schuhe geben sicheren Halt an Bord. Gerade wenn Seewasser an Deck gespült wird, sollte man auf einem schaukligen Boot sicheren Halt haben. Treckingsandalen, spezielle Schwimmschuhe oder Turnschuhe mit Gummisohle sind hierfür perfekt.

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Kopfbedeckung

Gerade auf dem Oberdeck kann die Sonne bei einer Whale-Watching-Tour erbarmungslos brennen. Ein Hut macht da absolut Sinn. Da es auf dem Meer oft sehr windig ist, empfiehlt sich ein Basecap oder ein Hut mit einer Schnürung. Die Haare fliegen nicht im Fahrtwind und der Kopf ist geschützt vor der Sonne.

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Sonnenschutz

Eigentlich sollte man Sonnenschutz für Haut und Augen gar nicht erwähnen müssen, aber dennoch vergisst man diese beiden Dinge gerne – vor allem an wolkigen Tagen. Das Wetter kann sich über dem Meer aber schlagartig ändern und aus einem verhangenen Himmel wird plötzlich ein strahlend blauer. Ihr solltet euch also gut eincremen und eure Augen mit einer Sonnenbrille schützen. Gerade auf dem Meer, das wie ein Lichtspiegel wirkt, ist das unabdingbar.

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Tasche

Am besten nimmt man eine wasserfeste Tasche mit an Bord. Taschen und Rücksäcke werden während der Ausfahrt oft unter dem Sitz verstaut und dort kann es manchmal nass werden. Um seine Wertsachen vor Feuchtigkeit zu schützen, macht es Sinn, Produkte aus entsprechend resistenten Materialien zu verwenden oder die Tasche in eine Plastiktüte zu stecken. Einen Spritzschutz für das Handy kann ich auch empfehlen.

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Fernglas

Whale-Watching bedeutet auch oft auf Wale warten zu müssen. Die Tiere können bis zu 40 Minuten unter Wasser bleiben und man weiß nie so genau, wo sie wieder auftauchen. Man beobachtet das Meer und sucht es nach den Fontänen der Tiere ab. Da hilft natürlich ein gutes Fernglas. Wer leicht seekrank wird, sollte allerdings testen, ob sich der Blick durch das Glas negativ auswirkt.

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Stoppuhr

Meeresbiologen stoppen die Zeit, wie lange die Wale unter Wasser verbringen. Da sie Gewohnheitstiere sind, kann man durch Beobachtung und Zeitnehmen relativ genau sagen, wann der Wal wieder an die Wasseroberfläche kommen wird. Wer seine eigene Stoppuhr dabei hat, kann quasi selbst erforschen, wann mit dem nächsten Tier zu rechnen ist.

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Fotografie

Eine gute Kamera mit einem Teleobjektiv ist sicherlich die beste Ausstattung für eine Whale-Watching-Tour. Zur Not tut es aber auch eine einfache Digitalkamera oder das Handy. GoPros sind sehr weitwinklig und daher eher weniger geeignet. Zwar sind sie wassergeschützt und man kann mit ihnen filmen, aber ihr Format ist eher suboptimal. Wer nur eine GoPro zur Hand hat, der sollte zumindest in den Einstellungen den Weitwinkel abwählen, sonst sieht man die Wale später nur winzig klein. Da es auf den Booten ziemlich sicher auch nass wird, ist ein guter Kameraschutz fast schon ein Muss. Zur Not bastelt man sich diesen aus einer Plastiktüte selbst. Gerade vorne und an den Seiten des Bootes kann es schnell sehr nass werden, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so scheint. Seid immer auf Spritzwasser vorbereitet!

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Trinkflasche

Bei drei Stunden auf dem Meer, sollte man auch das Trinken nicht vergessen. Sinnvoll ist es, die eigene Trinkflasche mitzubringen. Das vermeidet die Produktion von Abfall, der allzu oft in unseren Meeren landet und seinen Bewohnern schadet.

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Geduld

Geduld sollte man unbedingt mitnehmen. Man bewegt sich nicht in einem Zoo, sondern auf dem offenen Meer. Es gibt Tage, da gibt die Natur ihre Wunder nicht so einfach Preis. Manchmal hat man Glück und manchmal bleiben die Wale einem leider verborgen.

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Schlusswort:

Ich hoffe meine kleine Liste hat dir weitergeholfen, gut vorbereitet zu einer Walbeobachtungstour zu starten. Ich wünsche dir jetzt schon tolle Momente, viele Sichtungen und unvergessliche Erlebnisse mit diesen erstaunlichen Tieren.

 

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