Warum der Schutz der Wale in Samaná so wichtig ist

 In Allgemein, Walflüsterin 2018

Einen Monat lang hatte ich die Chance, die Wale in der Bucht von Samaná zu beobachten und sie mit dem Schiff zu begleiten. Ich habe viel über die Tiere, ihre Lebensgewohnheiten und den Artenschutz gelernt und diese Erfahrungen möchte ich mit euch teilen.

Ohne Titel

Whale Samaná heißt das Schiff von Kim Beddall, einer Kanadierin die sich seit über dreißig Jahren dem Schutz der Wale in der Region verschrieben hat und mit der ich unterwegs sein durfte. Wie keine andere in der Region weiß sie alles über die Buckelwale in der Bucht. Jeder kennt und schätzt sie für ihren Einsatz.

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Kim arbeitet eng mit der Naturschutzorganisation CEBSE zusammen und liefert mit ihren Aufzeichnungen und Fotos die Basis für deren Arbeit. So zum Beispiel auch für den so genannten Fluken-Katalog. Ein Arbeitsbuch, in welchem genau dokumentiert ist, welche Tiere wann genau in der Bucht waren. Der Fluken-Katalog ist damit ein wichtiger Beitrag in der Erforschung des Walverhaltens.

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Wenn Kim ihre Gäste auf der Schiff willkommen heißt und ihnen von der Walbeobachtung erzählt, dann sagt sie immer auch: „Wir wissen nicht genau, warum die Tiere in die Bucht von Samaná kommen.“ Am Anfang habe ich das gar nicht so recht begriffen, denn Kim erklärt ja, dass die Walbabys noch nicht genug Fett haben und in den nördlichen Gebieten, wo die Fressregionen der Wale sind, erfrieren würden. Also ging ich davon aus, dass es am karibischen, warmes Wasser liegen muss! Aber es gibt viele Buchten in der Karibik. Warum kommen die Wale zur Fortpflanzung also ausgerechnet nach Samaná?

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Ist es die Konstellation aus seichtem sowie sauberem Wasser? Oder war es einst die Ruhe, welche die Tiere hier vorgefunden haben? Noch immer ist es nicht vollständig geklärt, warum die Buckelwale die lange Reise von bis zu 7.000 Kilometer auf sich nehmen, um hier ihre Babys zu bekommen. Und so hat Kim recht, wenn sie sagt: „Wir müssen den Tieren ihren Raum so lassen, wie wir ihn einst vorgefunden haben, damit sie sich nicht von hier zurückziehen.“

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Jeder, der zum Whale Watching nach Samaná kommt, sollte sich auch seiner Verantwortung bewusst sein und diese wahrnehmen. Das fängt mit der Auswahl des Bootes an, denn bereits hier kann man ein Zeichen setzen, indem man nur mit erfahrenen Kapitänen rausfährt, die eine Lizenz zur Walbeobachtung haben. Zudem kann man ein großes Schiff wählen, um die Zahl der kleinen gering zu halten und so den Lärm, dem die Tiere ausgesetzt sind, zu mindern.

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Man kann die Crew darauf hinweisen, wenn sich ein Schiff nicht an den vorgeschriebenen Abstand von 50 Metern zum Tier – beziehungsweise 80 Metern zu Mutter und Kalb – hält oder man das Gefühl hat, die Tiere würden regelrecht gejagt. Auch hier kann man direkt an Bord Verantwortung zeigen und eben nicht erst im Nachgang, etwa auf Bewertungsplattformen. Aber auch dort ist es natürlich wichtig.

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Zudem kann man seinen Veranstalter informieren, wenn das angebotene Ausflugsschiff sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält. Bei der Organisation CEBSE oder direkt im Walmuseum gibt es einen Fragebogen zum Whale Watching, worauf man seine Erfahrungen mitteilen kann. Es mag nur eine einzelne Stimme für den Moment sein, aber gesammelt ergeben die Meinungen ein Gesamtbild und fordern die Behörden zum Handeln auf.

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Wer gänzlich auf einen Ausflug zur Walbeobachtung verzichten möchte, kann den Aussichtspunkt an Land oder auf der Cayo La Ferola zur Beobachtung nutzen. Auf der Insel „La Ferola“ ist dafür extra eine Aussichtsplattform entstanden. Natürlich muss man hier etwas mehr Geduld zeigen als von einem agilen Schiff aus, aber fürs Gewissen ist das mit Sicherheit eine sehr gute Lösung.

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Um kein Plastik im Meer zu hinterlassen, sollte man bei der Walbeobachtungstour eine eigene Trinkflasche oder eine Brotbox mitbringen. Auch hier kann man andere darauf aufmerksam machen, ihre Verpackungsreste im Eimer und nicht im Wasser zu entsorgen.

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Viele dieser kleinen Schritte helfen, die Region sauber, ruhig und als Geburtsstätte der Buckelwale zu bewahren. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, diesen einzigartigen Lebensraum für die Tiere zu erhalten. Damit erbringt jeder Einzelne einen Mehrwert, der auch zukünftigen Generationen zu Gute kommt.

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