Wen Samaná in seinen Bann schlägt,…

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…den lässt es wohl nie mehr los. Das tropische Klima, die weißen Strände und das in sämtlichen Blautönen schimmernde Wasser lässt das Herz höher schlagen. Gerade auf Kims Boot sind viele Stammgäste, die seit Jahren (wenn nicht gar Jahrzehnten) regelmäßig nach Samaná kommen, um ihren Urlaub dort mit den Buckelwalen zu verbringen. Auch unser Walflüsterer 2014 Roland, der sich in dieses Land, seine Buckelwale und eine Einheimische verliebte, ist immer wieder hier anzutreffen. Seine Geschichte habt ihr vielleicht in diesem Blog verfolgt. Wie dem auch sei, vor kurzem war er also hier und hat Samaná und den Walen einen Besuch abgestattet, so dass Walflüsterer 2014 und die Walflüsterin 2017 – meine Wenigkeit ;) –
zusammen „Hallo“ sagen konnten :) Kim ließ ihn dann auch auf das eigentlich volle Boot und so konnte er vor seinem Abflug nach Hause einen letzten Blick auf die Wale werfen, die wir an dem Tag entdeckten. Jeden Tag bleibt es spannend, wen wir zu sehen bekommen! Ein bekanntes Walpärchen, wie Grommit und ihr Junges? Oder ein neues Individuum, welches uns, bzw. dem Flukenkatalog noch nicht bekannt ist? Nebenbei: In Samaná gibt es in jede Saison über 50.000 (!) Touristen, die sich die
Wale anschauen wollen. Damit es allerdings nicht zu voll in der Bucht wird, besitzen nur 43 Boote eine Lizenz zur Walbeobachtung. Andere Boote dürfen zwar passieren, wenn sie bspw. den Hafen ansteuern, haben aber kein Recht, zu halten. Sollten sie das tun, werden sie einer örtlichen, dafür zuständigen Behörde gemeldet. Außerdem gibt es genaue Regelungen, welcher Abstand zu den Walen eingehalten werden muss. Maximal 3 Boote dürfen sich in der „watching area“ um die Wale
herum aufhalten, der Abstand muss mindestens 80 Meter betragen. Weitere, sich nähernde Boote müssen in der „waiting area“, etwa 150 Meter entfernt, warten und dürfen sich erst nähern, wenn eines der anderen Boote sich entfernt. Die maximale Beobachtungszeit beträgt 30 Minuten, wenn sich Boote in der „waiting area“ befinden. Viele Regelungen, aber sie sind wichtig, damit die Wale nicht mehr als nötig gestört werden. Gerade Mütter mit Kälbern befinden sich in einer sehr Kräfte zehrenden Phase, da tut es nicht Not, dass einige rasende Boote noch über den Köpfen herfahren, was unglücklicherweise eine der Haupttodesursachen der Buckelwale ist. Dank der Regelungen aber fast nicht in Samaná, sondern eher an der östlichen Küste der USA. Ich hoffe, dass sich das auch ändert und die Tiere sicherer reisen können. Das war es erst mal von mir, ich wünsche ein angenehmes Wochenende und bis bald, Eure Alina :)

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Die berühmte und einzigartige Walexpertin Kim Beddal zusammen mit zwei ebenso einzigartigen Walflüsterern, die zwar noch nicht ganz so bewandert sind, aber dafür voller Begeisterung für die Buckelwale! im Hintergrund Samanás Hafen, die Whale Watching Touristen und das Meer, in welchem der Grund herumschwimmt, weswegen wir hier sind.

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Kim war dezent überrascht, Mary und Roland zu sehen, freute sich aber sichtlich und ud lud die beiden auch lieber Weise auf die morgendliche Whalewatching Tour ein, obwohl sie ausgebucht war. Kim hat halt Herz für alle Säugetiere :)

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Wenn ihr die beiden folgenden Fluken vergleicht, wird euch hoffentlich klar, wie einzigartig jede einzelne ist. Nicht umsonst existieren weltweit „Flukenkataloge“ um die Individuen auseinander zu halten. Die photographierten Fluken werden dann genauestens mit den bereits eingetragenen Fluken verglichen, In Samaná’s Katalog sind um die 2000 enthalten.

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Die Namen der Wale werden meistens passend zu den Fluken oder anderen Merkmalen gegeben. Leider nicht von den „Entdeckern“, sondern, wie Kim es so schön sagt : Während eines jährlichen Meetings des Meeresinstituts von Maine, bei Wein, Käse und noch mehr Wein! Hmm.. in diesem Kommitee wäre ich auch gerne Mitglied!

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Und täglich grüßt… Grommet (Verzeihung, ich weiß, dass ich den Namen im letzten Blogeintrag anders geschrieben habe, aber jetzt weiß ich es besser: GROMMET ist die richtige Schreibweise :) Die überhaupt nicht scheue Dame näherte sich mit ihrem kleinen Sohn sehr unserem Boot, vielleicht, um uns ihren ganzen Stolz zu präsentieren? ;) Inzwischen kann der kleine Waljunge schon 8 Minuten unter Wasser bleiben!

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Unser kleiner Künstler hebt seine vergleichsweise noch kleine Fluke aus dem Wasser. Bis zu einem Jahr wachsen diese noch und das Alter des Buckelwales kann daran abgeschätzt werden. Danach heißt es: Er ist älter oder jünger als ein Jahr.

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Ein unbekanntes Männchen hat uns mit seiner 5 Meter weißen, wunderschönen Seitenflosse, auch Flipper genannt, zum Abschied quasi zugewunken. Dann war unsere Zeit vorbei und das Boot fuhr zurück gen Hafen

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Ein sexy Selfie mit Eva! Die gebürtige Pragerin ist leidenschaftliche Fotografin und kommt seit inzwischen 5 Jahren immer für 3 Monate zur Walsaison nach Samaná, um den Flukenkatalog zu erweitern und die Sichtungen täglich zu dokumentieren. Wenn sie diese drei Monate im Jahr dies nicht tun könnte, meint sie, wäre das keine Art für sie zu leben. Dieses Jahr hat sie auch ihren eigenen Nachwuchs dabei, der die Walbegeisterung quasi mit der Muttermilch aufnimmt :D

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