Whale Watching – So vermeidest du die Seekrankheit

 In Allgemein, Walflüsterin 2018

Ich bin selbst jemand, der zu einem flauen Magen und Seekrankheit neigt. Deshalb habe ich mir als Walflüsterin ein paar Dinge angeeignet, die mir helfen gesund zu bleiben und die Wale in Ruhe beobachten zu können. Es gibt ein paar Strategien, die helfen der Seekrankheit vorzubeugen und hier verrate ich sie dir, damit auch du nur gute Erfahrungen machst.

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Ich hatte schon verschiedene Erfahrungen. Meine erste Walbeobachtung habe ich in Südafrika gemacht. Einmal habe ich die Wale ohne Beeinträchtigung genießen können und einmal ging es mir so schlecht, dass ich mich mehrfach erbrechen musste. Ich kenne also die Situation, wenn man auf einem Ausflugsschiff ist, eigentlich Tiere beobachten will und dann leider durch die Seekrankheit beeinträchtigt ist und das trotz Vorbeugemedizin!
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Der wichtigste Ansprechpartner vorab ist dein Hausarzt

Als Walflüsterin in der Dominikanischen Republik sollte mir das nicht passieren, das hatte ich mir ganz fest vorgenommen. Ich habe mich schon vor Abreise von meinem Hausarzt beraten lassen und das möchte ich euch auch empfehlen. Selbst wenn man nicht zu dieser Übelkeit neigt, kann es bei starkem Seegang schon passieren, dass einem schlecht wird. Das passiert selbst der härtesten Crew auf See immer mal wieder. Man muss sich dafür nicht schämen! Euer Hausarzt kann euch sagen, welche Medizin es gibt, wie diese wirkt, ob sie zu euch passt und welche Nebenwirkungen diese hat. Es gibt Tabletten, es gibt Pflaster, Kaugummi, Globuli und auch Armbändchen, die helfen können. Hier ist der eigene Arzt der richtige Ansprechpartner für die persönliche Beratung.

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Akupressur

Ich habe mir so genannte „See-Sickness-Bändchen“, auch „Akupressurband“ genannt, besorgt. Diese Bänder sind neue Medikamenten freie Akupressurprodukte, die gegen Übelkeit und Erbrechen auf Grund von Reiseübelkeit (Auto, Schiff, Flugzeug) oder zum Beispiel in der Schwangerschaft helfen können. Diese Bänder wirken nach dem Prinzip der traditionellen Akupunktur, doch werden keine Nadeln eingesetzt. Die Bänder wirken über je einen Druckpunkt am rechten und linken Handgelenk. In klinischen Studien wurden Akupressurbänder am Nei-Kuan-Punkt bereits mit Erfolg getestet.

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Eine weitere, ähnlich arbeitende Variante ist das Reliefband. Das ist ein Armband, welches über zwei Elektroden sanfte, elektrische Impulse an den Median-Nerv überträgt und so gegen Seekrankheit helfen soll. Persönlich habe ich keine Erfahrung damit, weiß aber von einer Freundin, die auf Kreuzfahrtschiffen arbeitet, dass diese Variante sehr gut von den Reisenden angenommen wird. Auch, weil man unter den Akkupressurbändern oft sehr schwitzt, was beim Reliefband nicht der Fall ist.

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Die Ernährung

Ganz wichtig vor einer Whale Watching Tour ist die richtige Ernährung, das kann ich definitiv bestätigen. Seekrankheit hat zwar nichts mit Magenproblemen zu tun, zusätzliche Belastungen für den Magen können die Übelkeit aber steigern oder beschleunigen. Für mich gibt es vor den Ausfahrten daher nur Haferschleim mit ein paar Nüssen, Honig und dazu stilles Wasser. Brot mit Butter oder der richtigen Auswahl an Wurst und Käse sind allerdings völlig in Ordnung. Allerdings sollte darauf geachtet werden, nicht zu viel zu essen und unbedingt säurehaltige Speisen wie Obst zu vermeiden. Säure reizt den Magen, was er oft nicht verkraften kann. Also seid bitte auch vorsichtig mit Säften.

Des Weiteren gibt es Lebensmittel, die Histamine enthalten und die im Verdacht stehen, Seekrankheit zu fördern. Vermieden werden sollte daher: Rotwein, geräuchertes Fleisch, Salami, Schinken, Fisch, Meeresfrüchte, Hartkäse, Sauerkraut, Pickles (eingelegtes Gemüse), Bier, Hefe, Essig. Empfehlenswert hingegen sind Kartoffeln und Reis.

Meine Freunde haben gute Erfahrungen mit Vitamin C gemacht. Dieses hilft, um die im Körper gebundenen Histamine abzubauen.

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Eine ganz schlechte Idee ist auch der Genuss von Alkohol vor einem Bootsausflug. Kaffee ist erlaubt, ich würde ihn aber weglassen. Nur wer ohne seinen Kaffee zittrige Hände bekommt, sollte ihn trinken. Die im Kaffee enthaltenen Reizstoffe können dazu führen, dass ihr euch auf dem Boot unwohl fühlt. Ein kräftiger Kaffee oder ein großen Glas Bier zur Belohnung nach einer erfolgreichen Whale Watching Tour sind doch auch super Aussichten.

Viele Segler schwören auf Ingwer – als Tee, pulverisiert in Kapseln oder roh in feinen Scheiben. Ich halte auch viel darauf, da ich natürliche Heilmittel bevorzuge. Ich trinke viel Ingwertee oder Wasser mit frisch geschnittenem Ingwer. Diesen bekommt man auch in der Dominikanischen Republik. Wichtig ist auch hier, sich vorher mit dem Hausarzt zu besprechen – Ingwer hat zwar keine Nebenwirkungen, wirkt aber bei Schwangeren unter Umständen Wehen fördernd. Auch wer unter Magengeschwüren sowie Gallensteinen leidet, sollte Ingwer besser weglassen.

Auch ein leerer Magen ist ein Fehler! Der Magen sollte nämlich beschäftigt sein, wenn man auf dem Boot unterwegs ist. Das hat mir auch die Crew von Whale Samana bestätigt. Auch hilft es mir, zwischendrin immer ein paar salzige Kekse zu essen. Damit ging es mir in der Regel auch gleich wieder gut, wenn mir doch einmal flau war.

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Das Boot

Nicht jeder wird bei hohem Seegang automatisch seekrank. Statistisch gesehen scheinen Kinder zwischen 3 und 12 Jahren am sensibelsten zu sein, Frauen werden leichter seekrank als Männer. Wichtigste Regel ist jedoch: Je größer das Schiff, desto gemächlicher sind auch die Bewegungen und entsprechend weniger wird man mit der Seekrankheit zu kämpfen haben. Je größer das Boot, desto besser. Auf einem Katamaran oder einem kleinen Fischerboot ist man den Kräften des Meeres viel stärker ausgesetzt als auf einem Schiff.

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Der Sitzplatz

Auch die Wahl des Sitzplatzes ist entscheidend. Am wenigsten unangenehme, Seekrankheit auslösende Bewegungen gibt es im hinteren Drittel des Schiffes. Bitte fragt hier beim Bordpersonal nach, da jedes Boot anders gebaut ist. Definitiv starken Schwankungen seid ihr ganz vorne und auf dem Oberdeck ausgesetzt. Wer schon weiß, dass er unter Seekrankheit leidet, sollte diesen Bereich meiden.

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Die sanitären Anlagen

Ganz vielen Menschen wird sofort schlecht, wenn sie sich im Inneren des Bootes zum Beispiel zu den Toiletten bewegen. Geht also wirklich nur unter Deck, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt! Trinkt nicht zu viel vor der Tour und besucht die sanitären Anlagen noch an Land. Ich trinke zum Beispiel an Bord gar nichts, damit ich nicht in die Verlegenheit komme, die sanitären Anlagen aufsuchen zu müssen. Den Wasserverlust hole ich nach der Tour wieder durch reichlich Flüssigkeitszufuhr auf. Damit fahre ich ganz gut.

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Erste Hilfe

Das erste Anzeichen für Seekrankheit ist meist das Gähnen. Bei vermehrtem Gähnen sollte man also schnell mit Gegenmaßnahmen reagieren bevor es zu spät ist. Sich hinzulegen und die Augen zu schließen, ist ein guter Tipp. Denkt an etwas Positives! Manchen Betroffenen hilft es auch, den Blick auf einen Punkt am Horizont zu richten. Hier müsst ihr ausprobieren, was euch am Besten hilft. Und wenn es trotzdem gar nicht mehr geht, hilft die Crew mit Tütchen.

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Ich hoffe ihr bleibt alle schön gesund und könnt die Ausfahrten einfach nur genießen, so wie ich!

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